Mittwoch, 30. Mai 2012

Rezension: Herr Leben, die Rechnung bitte!

Titel: Herr Leben, die Rechnung bitte!
Autor: Sarah Eder
Verlag: Epidu
Umfang: 276 Seiten (Taschenbuch)
Preis: 11,90€


Klappentext:

"Fellix, hatte ich geschrieben mit Doppel-l und Blauaugen hat er gehabt und eine Raupe am Schuh. War doch mehr Wein, als ich gedacht hatte."

Um jeden Preis will Hannah ihr Herz zurück. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn dieses in Portugal liegt, weil es versehentlich von Felix eingepackt wurde, der gar nicht weiß, welch wertvollen Besitz er in seinem Koffer mit sich trägt. Da kann nur einer Abhilfe schaffen: Herr Leben, ihr Therapeut.

Mit seinen produktiv-verstörenden Methoden reduziert er Hannahs chaotisches Dasein auf vier zentrale Fragen. Auf der Suche nach (Ant)Worten, stolpert Hanna über Einsichten, Verzweiflung und Leos, über Ischiasnerven, Raupen und Blauaugen, bizarre und wunderschöne Momente, um letztendlich mit den Fragen des (Herrn) Lebens abzurechnen.

Wer eine seichte Liebesgeschichte mit vorhersehbarem Ende oder eine schnelle Urlaubslektüre sucht, ist bei diesem Roman falsch. Zwar liegt eine Liebesgeschichte zugrunde, doch die Handlung dreht sich nicht darum, wie ein Liebespaar zusammen kommt, sondern wie die Ich-Erzählerin Hannah verarbeitet, dass ihr Freund Felix sie verlassen hat und zum Studieren nach Portugal gegangen ist. Dabei ist ihr ein Therapeut mit dem Namen „Leben“ behilflich. Neben den Therapiesitzungen erfährt man durch E-Mails von Hannah an ihren Therapeuten eine Menge über ihre Gedanken und Gefühle. Die Handlung ist nicht immer vorhersehbar und auch das Ende birgt eine interessante Wendung. Die Erzählung fokussiert sich in erster Linie auf die Protagonistin, über die Nebenfiguren erfährt man nur, was für den Handlungsverlauf notwendig ist.


Die Geschichte wird einfühlsam und chronologisch erzählt, sodass man dem Handlungsverlauf gut folgen und sich in die Hauptperson hineinversetzen kann. Hannah wirkt sympathisch, doch auch etwas hilflos, sodass der Leser ihren Therapiebedarf gut nachvollziehen kann ;-)

Handlungsschauplatz ist Wien und so lässt die Autorin auch ein paar österreichische Ausdrücke einfließen, die das Verständnis aber nicht behindern. Die Sätze sind allerdings oft verschachtelt, was den Lesefluss merklich bremst. Auch Hannahs Gedankengänge sind nicht immer logisch.

Das Buchcover ist sehr passend gestaltet. Die Schachfigur stellt ein wichtiges Symbol für die Beziehung zu Felix dar und das Glas (teuren) Rotweins ist ein durchgängiges Motiv.

Ich finde das Buch lesenswert und unterhaltsam, aber man sollte keine klassische Liebesgeschichte oder eine leichte Lektüre erwarten. Dennoch muss man sich nicht durch die Seiten quälen, sondern liest gespannt weiter, wie es mit Hannah und Felix nach der Trennung weitergeht.

„Herr Leben, die Rechnung bitte!“ erhält von mir 4 von 5 Sternen. 

Ich habe ein Rezensionsexemplar von Blogg dein Buch erhalten. Ihr könnt den Roman bei Amazon bestellen.


1 Kommentar:

  1. Es geht doch nichts über ein gutes Buch. Bin Leser geworden, würde mich über Gegenverfolgung freuen.

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