Donnerstag, 6. Oktober 2016

Rezension: Liebe vertagen, Mörder jagen

Titel: Liebe vertagen, Mörder jagen
Autor: Vera Nentwich
Verlag: Vera Books
Umfang: 283 Seiten (Taschenbuch)
Preis: 9,95 EUR

Klappentext:
Was prickelt mehr als eine heiße Liebesnacht in Paris? Mörder jagen!
Eigentlich hat sich Biene auf eine heiße Liebesnacht in Paris gefreut. Die kommt aber nicht. Dafür erreicht sie eine folgenschwere Nachricht: In ihrer Heimat wurde ein Mann ermordet. Ausgerechnet Jochen, ihr Ex-Freund und überkorrekter Polizist, soll in den Mord verwickelt sein. Das kann Biene nicht glauben und sie entschließt sich zur Rückkehr. Schließlich prickelt eine Mörderjagd doch mindestens so sehr wie eine Liebesnacht. Auf eigene Faust stürzt sie sich in die Ermittlungen und steckt nicht nur bald mittendrin in einem Netz aus Vorurteilen und Vorlieben, sondern erfährt auch Dinge; die sie lieber nicht erfahren hätte. Wird Biene den wahren Mörder finden und damit Jochen entlasten? Kann Biene eine wichtige Entscheidung für ihre eigene Zukunft treffen? Und was ist eigentlich mit der Liebe?

Der Krimi nimmt uns mit in einen kleinen, beschaulichen Ort in der Nähe von Düsseldorf. Als Biene erfährt, dass ihr Ex-Freund Jochen unter Mordverdacht steht, kehrt sie in ihre Heimat zurück und stürzt sich in die Detektivarbeit. Unterstützung bekommt sie bald von ihrem Freund Jago aus Paris, der ihr den Kopf verdreht. Biene ist hin- und hergerissen zwischen dem heißen Argentinier und ihrer Jugendliebe und muss auch noch den Mordfall aufklären.


Das Buch liest sich wirklich flott und flüssig und ist gleichzeitig sehr unterhaltsam. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Biene, die uns als Ich-Erzählerin an ihren Gedanken teilhaben lässt. Biene ist sympathisch und hat ein gutes Herz, das Wohl ihrer Mitmenschen und Freunde liegt ihr sehr am Herzen. Außerdem ist Biene neugierig und nicht auf den Mund gefallen. Die notwendige Portion Mut für die Detektivarbeit bringt sie ebenfalls mit. Letztlich ist die Aufklärung des Falles aber eher einem Zufall zuzuschreiben und nicht Bienes Ermittlungen ;)

Auch wenn das Buch als Krimi bezeichnet ist und die Mörderjagd einen wichtigen Teil darstellt, ist es auch ein launiger (Liebes-)Roman. Gruselfaktor gleich Null, dafür ist gute Unterhaltung garantiert! Die Dialoge zwischen Biene und ihrer Oma bringen jeden zum Schmunzeln. Daneben hat der Krimi auch Tiefgang und setzt sich z.B. auch mit der Gefühlswelt und Persönlichkeitsfindung von Biene auseinander – über 30, kein Job, kein Mann, kein Haus oder Kind, Biene muss ihren Platz im Leben gerade neu finden und sich darüber klarwerden, was sie selbst im Leben möchte. Ihre Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge muss sie aufgeben und auch lernen, dass man im Leben gelegentlich einen Kompromiss eingehen muss. Mit dem Charakter von Andrea Wagner, einer jungen Frau, die früher mal ein Mann war, wird ein topaktuelles Thema angesprochen. Das Problem der gesellschaftlichen Akzeptanz des Anders-Seins wird nicht beschönigt, sogar die eigene Familie verleugnet die junge Frau. Schön, dass ein Charakter wie Biene uns zeigt, wie man Neuem offen und ohne Vorurteile begegnen kann!

Mir hat die kurzweilige Geschichte sehr gut gefallen, ich wurde gut unterhalten und war gleichzeitig gespannt, wer der Mörder war. Das Lesevergnügen erhält von mir 5 von 5 Sternen.

Ich habe ein Rezensionsexemplar der Autorin erhalten und auch an der #mörderischgut-Blogparade teilgenommen. Meinen Artikel zum Mut, etwas Neues zu wagen, könnt ihr hier nachlesen.

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